Friday, 23. july 2010
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22:15
Auf meinen vielen Lesereisen hatte ich vielleicht nicht immer die Gelegenheit auf Ihre Fragen
ausreichend einzugehen. Gern möchte ich das auf diesem Wege nachholen.
Sollten Sie mir etwas mitteilen wollen, was ausschließlich für mich bestimmt ist, nutzen Sie gern
diese Kontakt - Möglichkeit.
Über einen Eintrag in meinem Gästebuch würde ich mich natürlich auch sehr freuen!
Ihre
E r i k a R i e m a n n
Über diese aktuelle Homepage, können Sie direkten
Kontakt mit mir aufnehmen.
von OverBlog
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veröffentlicht in: Intro
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Sunday, 25. july 2010
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23:36
Die Geschichte einer gestohlenen Jugend und einer Befreiung aus den Mauern des Schweigens. "Ich hatte immer das Gefühl, gegen eine Wand zu laufen", sagte Erika Riemann in einem 1991 in der Frankfurter Rundschau erschienenen Porträt.
Erst heute hat sie die Sprache gefunden, um über ihre Erlebnisse zu berichten.
Sommer 1945 im thüringischen Mühlhausen: Erika Riemann ist 14 Jahre alt, als sie eines Tages mit ein paar anderen
Jugendlichen ihre gerade wieder hergerichtete Schule besichtigt.
Ihr Blick fällt auf ein Stalin-Bild genau an der Stelle, an der bis vor kurzem ein Hitler-Porträt hing. "Mit dem Spruch, Du siehst ja ziemlich traurig aus", ...
... schreibt sie, "trat ich an das Bild heran und malte mit dem Lippenstift eine kecke Schleife um den Schnauzbart."
Jemand muss sie verpfiffen haben, denn schon kurze Zeit später beginnt für Erika eine achtjährige Odyssee durch ostdeutsche Zuchthäuser und
Lager mit Stationen wie Bautzen, Sachsenhausen und Hoheneck.
Was für sie bedeutete, eine ganze Jugend hinter Mauern zu verbringen, Prügel, Schikane, Hunger und Depression durchzustehen und nach der Entlassung zutiefst traumatisiert im bundesdeutschen
Wirtschaftswunder ihre Frau zu stehen, darüber kann sie erst heute, fünfzig Jahre später, berichten.
Fünfzig Jahre hat Erika Riemann gebraucht, um ihre Nachkriegsjahre zu verarbeiten. Ein
erschütternder Lebensbericht aus der jüngsten deutschen Vergangenheit.
von Erika Riemann
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veröffentlicht in: Mein Buch
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Sunday, 25. july 2010
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23:44
Wie geht man mit Traumata und den inneren Verletzungen um, die sie angerichtet
haben?
Die Antwort: Nur reden hilft.
»Wenn ich meinen Zuhörern sage, dass ich nicht weitersprechen kann, versteht das jeder. Sie begreifen auch ohne Worte, wie tief solche Erlebnisse ins Leben schneiden. In den Jahren der Haft haben
sie mich so schmutzig gemacht. Mit Blicken, mit Worten, mit Gesten. Das wird man nie wieder los.
Mein Motto: »Die Wahrheit muss raus.«
In meinem neuen Buch berichte ich über diese so schwierige wie lohnende Arbeit, sich den jahrzehntelang verdrängten
Erinnerungen an erlittenes SED-Unrecht zu stellen. Ich berichte zwar von mir, spreche aber für viele.
von Erika Riemann
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veröffentlicht in: Das 2te Buch
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Sunday, 25. july 2010
7
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23:51
Ich möchte hier an dieser Stelle nun doch einen kurzen Lebenslauf
preisgeben.
Am 25.12.1930 wurde ich in einer Arbeiterfamilie
in Mühlhausen in Thüringen geboren, ging dort dann bis zu meinem 14ten Lebensjahr in die Schule.
1945 kam ich ohne Schulabschluss in Gefangenschaft, aus der
ich erst 1954 wieder entlassen wurde.
Dreimal war ich insgesamt verheiratet und habe drei Kindern ( 2 Söhnen und einer Tochter) das Leben geschenkt. Ich habe in den unterschiedlichsten Jobs gearbeitet und dann 1962 meinen
Schulabschluss nachgeholt.
Man kann sagen, dass ich ein sehr bewegtes Leben
(wie man auch meinen Büchern entnehmen kann) geführt habe. Viel gearbeitet habe ich immer - und wenig erreicht, bis zur Veröffentlichung meines Buches.
Fünf Jahre lang habe ich Zeitzeugengespräche geführt und
Aufklärung in den Schulen betrieben, bin von einer Lesung zur anderen gefahren.
Eigentlich wollte ich mich nach meinem ersten Buch "Die Schleife
an Stalins Bart", mit fast 80 Jahren, in den Ruhestand verabschieden. Viele meiner Leser wünschten aber, dass ich weiter schreibe. Ich habe es mir im Winter 2008/2009
überlegt - und ein zweites Buch verfasst, in welchem ich aus meinem nicht ganz "normalen" Leben nach 1954 berichte.
Herzlichst Ihre
Erika Riemann
von Erika Riemann
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veröffentlicht in: Lebenslauf
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Monday, 26. july 2010
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01:56
Als 14-Jährige wurde sie verhaftet, weil sie einem Stalin-Bild eine Schleife um den Schnurrbart gemalt hatte. Sie musste dafür mehr als acht Jahre Haft u. a. im Speziallager Sachsenhausen und im
Frauengefängnis Hoheneck verbüßen. Trotz ihrer traumatischen Erlebnisse, die sie erst 50 Jahre später in einem Buch verarbeitete, stellt sie sich bis heute mit großem Engagement als Zeitzeugin
der schulischen Bildungsarbeit zur Verfügung und tritt gegen die Verklärung der zweiten Diktatur in Deutschland ein. Zudem ist sie seit 1990 in verschiedenen Lagergemeinschaften wie z. B. in der
Gedenkstätte Sachsenhausen aktiv und trug mit ihren Erinnerungen zu Ausstellungs- und Dokumentationsprojekten bei. Im Verein der ehemaligen Hoheneckerinnen setzt sie sich darüber hinaus für die
Betreuung pflegebedürftiger Haftkameradinnen ein.
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Anschliessend gab der Bundespräsident und seine Gattin einen kleinen Empfang für alle ausgezeichneten Personen, nebst ihren Gästen.
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Der Bundespräsident mit der Autorin und ihren Söhnen Matthias (li.) und Frank (re.).
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Herr Lutz Jahoda und die Autorin kenn sich nun schon seit vielen Jahren. Er ließ es sich nicht nehmen, der Autorin pesönlich
zu gratulieren.
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20 Jahre nach der Friedlichen Revolution haben am Montag drei ehemalige Häftlinge des Speziallagers Bautzen das
Bundesverdienstkreuz am Bande erhalten.
Bundespräsident Horst Köhler zeichnet Benno von Heynitz, Erika Riemann und Jochen Stern für ihre hervorragenden Verdienste
um Demokratie und Menschenrechte aus.
Unter anderen berichtete der MDR ausführlich darüber, nachzulesen HIER
von Erika Riemann
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veröffentlicht in: Bundesverdienstkreuz
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